Es war vor genau 33 Jahren, als die Tischtennis-Damen des kleinen Dorfvereins TSV Untergröningen, nach Abschluss der Saison 1991/1992, sensationell als Vizemeister der Oberliga Baden-Württemberg, den Aufstieg in die Regionalliga Süd geschafft haben. Erst eine Saison zuvor ist man von der Verbandsliga, in die Oberliga BW aufgestiegen. Dem Meister der Oberliga, der Spielvereinigung 07 Ludwigsburg, ist man in einer denkwürdigen Partie beim Rückspiel in der Barockstadt, nach einem 5:5 Zwischenstand, am Ende mit 8:5 unterlegen. Um den letzten freien Platz in der Regionalliga Süd sollte es dann, ein Entscheidungsspiel zwischen dem Vizemeister der Oberliga BW, dem TSV Untergröningen und dem Vizemeister der Oberliga Bayern, TUSPO Fürth, erst weit nach Abschluss der Saison geben. Auf dem Süddeutschen Verbandtag wurde dann doch noch beschlossen, beide Teams in die Regionalliga Süd aufzunehmen und dem ganzen Hickhack dieses Entscheidungsspiels (wo und wann wird gespielt?) aus dem Weg zu gehen und damit anstatt mit 12 Teams, eben mit 13 Mannschaften, die Saison zu bestreiten. Der Aufstieg in die Regionalliga Süd, war zu diesem Zeitpunkt, bereits der sechse Aufstieg (!) der TSV-Damen, innerhalb von nur 10 Jahren von der untersten Spielklasse, der Kreisliga bis hoch in die Regionalliga, die damals noch die dritthöchste Spielklasse in Deutschland war. Diese „einmalige TT-Erfolgsstory der TSV Damen“ sorgte in ganz Süddeutschland für TT-Schlagzeilen. „Es klingt wie ein Märchen“, „TT-Sensation im 1300-Seelen-Ort Untergröningen“ oder „Eine kleine Gemeinde im großen TT-Fieber“, so lauteten unter anderem, die damaligen Schlagzeilen. Angeführt wurde dieses Erfolgsteam von der Mannschaftsführerin Petra Hammer (heute verheiratete Henninger). Bei ihr liefen viele Fäden, was insbesondere die Mannschaft betraf, zusammen. Daneben gehörten noch Petra Fuchs (heute verheiratete Fuchs-Stegmaier), die Dewangerin Claudia Sorg und die inzwischen leider verstorbene, aber unvergessene, Judith Kintsch, zum Oberligateam. Das Besondere und Außergewöhnliche war, dass mit Petra Hammer und Petra Fuchs gleich zwei TSV-Eigengewächse, von der untersten Spielklasse, der Kreisliga, bis hoch zur Regionalliga, an all diesen einmaligen Erfolgen, von Anfang an dabei waren. Mit der erst 14-jährigen Corinna Engel kam dann in der Regionalliga, für Judith Kintsch, ein weiteres Eigengewächs und ganz großes TT-Talent, neu ins TSV-Team. Bei fünf Absteiger war man sich im Kochertal von Anfang an im Klaren darüber, dass man den Klassenerhalt in der Regionalliga nicht schaffen würde. Trotzdem hat man sich dieses einmalige Abenteuer und Erlebnis, mit teilweise sehr weiten Auswärtsfahrten, wie z.B. zum 400 Kilometer entfernten TTV Grüne Linde Liebertwolkwitz (Stadtteil von Leipzig), nach Bad Aibling oder Regensburg, nicht entgehen lassen. Damit wurde der Name des kleinen Ortes im wunderschönen Kochertal nun auch weit  über die Landesgrenzen hinausgetragen. Für alle Spielerinnen war es ein einzigartiges Erlebnis gegen zahlreiche deutsche TT-Größen, wie z. B. gegen die damalige Nummer neun der deutschen TT-Rangliste und Süddeutsche Meisterin, Silvia Specht vom SV Casino Kleinwalsertal, anzutreten. Wie viele andere Gästespielerinnen auch, war Silvia Specht besonders vom Untergröninger Publikum begeistert. Wie schon zuvor in der Oberliga, kamen regelmäßig teilweise über 100 Zuschauer auf den Rötenberg und machten damit jedes Heimspiel zu einem „TT-Fest“. Zumindest in punkto Zuschauerinteresse war der kleinste Verein in dieser Spielklasse, der mit Abstand Größte. Einer der Höhepunkte der Regionalligasaison war das Gastspiel des späteren Regionalligameisters FC Langweid II, der zum damaligen Zeitpunkt mit der 1. Mannschaft Deutschlands bestes Damenteam stellte. Durch seinen großen Kader hatte der achtfache Deutsche Meister und dreifache Europapokalsieger der Landesmeister, auch bei der Zweiten nur Topspielerinnen im Aufgebot. Dieses TT-Spektakel auf dem Rotenberg wurde erwartungsgemäß mit 0:8 verloren. Der erste Saisonsieg in der Regionalliga gelang den TSV-Damen bereits im dritten Heimspiel, mit einem 8:4 Erfolg gegen die DJK Karlsruhe-Rüppur. Mit 13:35 Punkte belegte man am Ende der Regionalliga-Saison 1992/93 immerhin den 11. Platz, noch vor der TSG Heidelberg und dem TTV Liebertwolkwitz. Damit musste man aber wieder zurück in die Oberliga.

Und jetzt, also genau 33 Jahre später, gelingt den Damen des TSV Untergröningen, auch als Oberligaaufsteiger, diesmal allerdings sogar als Meister der Oberliga, sensationell erneut der Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Diese ist jetzt allerdings nur noch viertklassig. Im Gegensatz zu früher, gibt es inzwischen eine 3. Bundesliga. Dies schmälert diesen „großartigen Erfolg“ aber nicht im Geringsten und kommt genau passend, zum „60-jährigen Jubiläum“, der 1965 gegründeten TT-Abteilung des TSV Untergröningen. Angeführt wird das Meisterteam von der Mannschaftsführerin Laura Henninger, Tochter von der damaligen Mannschafsführerin Petra Hammer. Auch bei der jungen „vorbildlichen Teamchefin“ laufen, wie bei ihrer Mutter in früheren Zeiten, alle Fäden zusammen, was die Mannschaft betrifft. Einfach nur schön, wie sich Geschichte, in der nächsten Generation, wiederholen kann. Tischtennis Untergröningen darf sich schon jetzt auf großartigen Sport, vor hoffentlich immer vielen Zuschauern auf dem Rötenberg, in der neuen Regionalliga-Saison Südwest 2025/2026, ab September, freuen. Die kleine schnuckelige Halle auf dem Rötenberg ist geradezu prädestiniert für großen TT-Sport und den wird es zur Genüge geben. Entsprechend Laura Henningers Wunsch, soll das Gastspiel des TSV Untergröningen in der Regionalliga, dann allerdings länger andauern als bei ihrer Mutter. Wer weiß es schon, vielleicht geht ihr Wunsch in Erfüllung? Schön wäre es allemal.       

Ein Bericht zur Meisterschaft der Damen des TSV Untergröningen vom vergangenen Wochenende in der Tischtennis Oberliga BW von Herbert Apprich – 02. 04.2025.